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Postanschrift

  • BStU, Außenstelle Erfurt, Archiv
  • Petersberg Haus 19
  • 99084 Erfurt

Dienstanschrift

  • BStU, Außenstelle Erfurt, Archiv
  • Petersberg Haus 19
  • 99084 Erfurt

Öffnungszeiten

Informations- und Dokumentationszentrum Erfurt (IDZ)
Täglich 9.00-18.00
Archivführungen nach Voranmeldung,
sowie jeden Donnerstag 16 Uhr, jeden ersten Dienstag im Monat 16:30 die Lesung "Stasi-Akte-spezial" mit anschließensder Führung sowie unterschiedlichen Themen und Inhalten aus den Akten

Elektronische Kommunikation


Archivleiter/in

Thilo Günther; Außenstellenleiter: Wolfgang Brunner


  • ca. 4.500,0 lfm Unterlagen

    Bestand

  • Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes bis 1990

    Laufzeit


Archivgeschichte

Am 04. Dezember 1989 wurde in der Erfurter Andreasstraße die erste Bezirksverwaltung (BV) der Staatssicherheit (MfS) von Bürgerrechtlern besetzt. Auf Grund der massiven Forderungen wurde eine Objektbegehung realisiert, bei der auch das Archiv besichtigt wurde. Bürgerwachen sicherten in den Folgetagen die Zugänge, um Abtransport und Vernichtung der schriftlichen Hinterlassenschaften zu verhindern. Diese Hinterlassenschaften bestehen aus insgesamt ca. 4.500 lfm Unterlagen. Das sind bereits zu Zeiten des Staatssicherheitsdienstes archivierte Akten und Material, mit dem in den Diensteinheiten noch im Jahr 1989 gearbeitet wurde. Zu den Unterlagen zählen nicht nur Schriftgut und Karteien, sondern auch zahlreiche audiovisuelle Datenträger wie Fotos, Dias, Videos, Disketten, Tonträger und vorvernichtetes Material. Die Unterlagen, die Bürger in den Büros vorfanden, fassten sie in Bündeln zusammen und entzogen diese dem Zugriff der Mitarbeiter des MfS. Bis zum März 1990 wachte das Erfurter Bürgerkomitee über die Unterlagen. Zeitweilig, im Frühjahr 1990, waren Mitarbeiter des Staatsarchivs Weimar zu den Archivräumen zugangsberechtigt.

Der Ministerratsbeschluss vom 08.02. 1990 über weitere Maßnahmen zur Auflösung des ehemaligen Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) regelte die Konzentration des Schriftgutes in Depots in den Bezirken bzw. in Berlin unter Kontrolle der Bürgerkomitees. Die Akten wurden gesperrt. Herr Joachim Gauck wurde am 03.10.1990 als Sonderbeauftragter ernannt und die Behörde nahm mit insgesamt 52 Mitarbeitern, davon 27 in den Außenstellen, und Unterstützung durch einen Aufbaustab ihre Arbeit auf. Nach Verabschiedung und In-Kraft-Treten des Stasi-Unterlagen-Gesetzes (StUG) Ende 1991 begannen bereits am 02.01.1992 die Akteneinsichten für Bürger, Wissenschaftler und Medien mit großer Resonanz in der Öffentlichkeit. In Erfurt nahm z.B. im Mai 1993 Gerhard Löwenthal (ZDF-Moderator der Sendung „Hilferufe von Drüben“) Einsicht in seine Stasi-Akten.

Beim ersten „Tag der offenen Tür“ am 02.12.1995 mit über 2.000 Besuchern gab es letztmalig die Gelegenheit, den Bunker zu besichtigen. In diesem als Schutzraum gedachten Bauwerk hatte die Stasi Akten aus dem ganzen Bezirk Erfurt eingelagert.

Priorität in den Anfangsjahren hatte das Ermöglichen des personenbezogenen Zugriffes auf die Unterlagen für eine schnellstmögliche Akteneinsicht durch die Bürger und die Recherche. Daneben erfolgten Grobsichtungen der sonstigen Unterlagen aus den Diensteinheiten. Erst später wurde mit deren Erschließung begonnen. Inzwischen sind in der Außenstelle ca. 84 % der Unterlagen zumindest personenbezogen nutzbar.

Da die Liegenschaft in der Andreasstraße geräumt werden musste, von erheblichen Raumproblemen ganz abgesehen, wurde im April 1996 der Umzug in die jetzige Liegenschaft auf dem Petersberg abschließend realisiert. Hier sind zuerst 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sachgebiet Archivwesen für die sichere Aufbewahrung, Ordnung, Erschließung und Bereitstellung aller Unterlagen der ehemaligen BV Erfurt verantwortlich. Gemäß StUG sind alle Findhilfsmittel nur intern nutzbar.

Akenverzeichnisse und Findmittel können über die ArchivGutSuche (ARGUS) des deutschen Bundesarchivs recherchiert werden. ARGUS ist eine übergreifende Suchmaschine für die Online-Findmittel des Bundesarchivs und des BStU.