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Mo 8.30-12.00, Di 8.30-12.00
Mi geschlossen
Do 8.30-12.00 und 13.00-18.00
Fr 8.30-12.00

Archivleiter/in

Angelika Hoyer


  • 9.833,27 lfm, einschl. Behördenarchiv

    Bestand

  • 1517- 2008

    Laufzeit


Archivgeschichte

Das Kreisarchiv Meiningen von 1954 – 1990

Das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen ist im Vergleich zu anderen Meininger Archiven, wie z.B. dem Staatsarchiv, ein relativ junges Archiv.
Gemäß der Anordnung der Regierung der DDR zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven vom 26. Februar 1951 ist zu Beginn der 50er Jahre auch beim Rat des Kreises Meiningen die Bildung eines Kreisarchivs vorgesehen. Die eigentliche räumliche Unterbringung und personelle Besetzung zieht sich jedoch bis zum November 1954 hin. Im rechten Flügel des Schlosses Bibrabau, heutiges Stadtarchiv, werden zunächst ein großer Arbeitsraum und 2 Nebenräume für die Unterbringung des Aktenmaterials geschaffen. Als Archivar bewirbt sich der bereits damals historisch sehr interessierte Mitarbeiter des Rates des Kreises Adolf Ansorg. Obwohl er archivfachlich nicht ausgebildet ist, erhält er diese Stelle. Nach Übernahme des Kreisarchivs stürzt sich Ansorg wahrhaft an die Arbeit. In der Zeit von 1955 bis 1957 gelingt es ihm, die in den Gemeinden des Kreises weitgehend unbetreuten Archivbestände in das Kreisarchiv zu holen und somit gegen unbedachte Vernichtung zu sichern. Ende der fünfziger Jahre beginnt er auf der Grundlage eines durch Lehrgänge geschulten Wissens mit der Ordnung und Verzeichnung der übernommenen Bestände. Seit Januar 1960 unterstützt ihn dabei Ottilie Knauer. Bereits in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre tritt er in Meiningen und anderen Orten des Kreises mit Vorträgen zur Geschichte des Kreises Meiningen auf. Auch in der Presse erscheinen zahlreiche Artikel aus seiner Feder. Seine engagierte Arbeit innerhalb und außerhalb des Archivs findet trotz mancher Probleme Anerkennung. Am 1. Mai 1961 erhält Ansorg die Zuerkennung des Prädikats „Staatlich geprüfter Archivar“ durch die Fachschule für Archivwesen Potsdam. Obwohl nun bereits 60-jährig verfolgt er mit Selbstbewusstsein die Absicht, das Kreisarchiv Meiningen zum größten Kommunalarchiv in der Region auszubauen. 1962 gelingt es ihm, die Bestände der Stadtarchive Wasungen und Römhild in das Kreisarchiv zu überführen. 1969 geht auch das Stadtarchiv Meiningen in seinen Verantwortungsbereich über. Mit Eintritt in das gesetzliche Rentenalter 1966, denkt er noch nicht an das Ende seiner beruflichen Tätigkeit. Die Krönung seiner archivarischen Arbeit stellt 1971 die Herausgabe der gedruckten Bestandsübersicht „Das Kreisarchiv und seine Bestände“ in insgesamt 3 Bänden dar. Die umfangreiche Bestandsübersicht ist zur damaligen Zeit eine Besonderheit. Bisher war es den über 250 Kreisarchiven noch nicht gelungen, ihre Bestände so umfassend der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bis heute ist die Arbeit Ansorgs eine Fundgrube für Regionalhistoriker geblieben. Anfang der siebziger Jahre schließen sich die in Meiningen ansässigen Archivare aus Betrieben und Einrichtungen unter Leitung des Kreisarchivs zu einer Schrittmacherbrigade der Betriebs- und Verwaltungsarchivare zusammen. Diese Archivgemeinschaft entwickelt sich zu einem Ort des Erfahrungsaustausches mit einer Resonanz über den Kreis hinaus. Nach Vollendung des 75. Lebensjahres im April 1975 fasst Ansorg den Entschluss zum Ende des Jahres als Archivleiter auszuscheiden. Seine Nachfolge tritt Frau Thea Lang an. Als Kreisarchivarin übernimmt sie bis 1990 u.a. die Erfassung und Übernahme der Behördenakten des Rates des Kreises und die Akten der zuständigen Gemeinden.









Das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen von 1991 – 2008

Mit der Wende erfolgt die Trennung des Stadt- und Kreisarchivs Meiningen. Mit Frau Karin Köhler erhält das Stadtarchiv eine eigene Archivarin. Die Archivbestände werden aus dem Kreisarchiv herausgelöst und in neuen Räumlichkeiten ebenfalls im 1. Obergeschoss des Bibrabaus untergebracht.
1991 erfolgt im Kreisarchiv ebenfalls eine personelle Neubesetzung. Frau Elke Schwerda und Frau Angelika Hoyer übernehmen die vielfältig gewordenen Archivaufgaben gemeinsam. In Folge der Wende gibt es in den Kommunen und der Bevölkerung einen großen Nachholbedarf in Sachen Regionalgeschichte. Alle Gemeinden des Landkreises stellen zur Erforschung ihrer Ortsgeschichte Ortschronisten in Form von AB-Maßnahmen ein. Die Archivmitarbeiterinnen führen jährlich Schulungen der Chronisten durch und geben Unterstützung in Schrift-, Akten- und Quellenkunde.

Im Zuge der Rehabilitierung von ehemaligen Vertriebenen und Zwangsausgesiedelten beginnt ein regelrechter Run auf die Staats- und Kommunalarchive. Oftmals werden im Kreisarchiv zusätzlich provisorische Arbeitstische aufgestellt, um den vielen Archivbenutzern einen Platz anbieten zu können. An vorderster Stelle der Benutzeranfragen stehen Eigentumsnachweise und Vermögensfragen. Die Mehrzahl der Benutzer kommt u.a. im Auftrag des Landratsamtes, der Gemeinden, der Denkmalpflege sowie als Privatpersonen.

Auch für die Archivare persönlich sind die Jahre nach 1990 eine große Herausforderung. Mit der gesellschaftlichen Umwandlung gilt es, den vielfältigen Anfragen und einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit durch Ausstellungen und Veröffentlichungen gerecht zu werden. Unzählige Akten müssen für die Benutzer gesichtet und ausgewertet werden, um den „Betroffenen“ zu ihrem Recht zu verhelfen.

Ein Augenmerk in der Nachwendezeit gilt der Quellensicherung zum Thema „Wende 1989 in Meiningen“. Eine umfassende Dokumenten- und Fotosammlung konnte zusammengetragen werden, welche sich auf die Ereignisse im Herbst 1989 und das Frühjahr 1990 bezieht. Schwerpunkt bilden dabei die Dienstagsdemos in der Stadt Meiningen.

Die Raumnot im Kreisarchiv wird bereits 1992/1993 zu einem echten Problem. Als Ausweichmöglichkeit stellt die Stadtverwaltung Meiningen einen Büroraum als Magazin zur Verfügung, welcher auch bald gefüllt ist. Im Verwaltungsgebäude des Landratsamtes in der Marienstraße 10 wird ein Verwaltungsarchiv mit provisorischen Holzregalen ausgestattet. Erste Patientenakten der aufgelösten Poliklinik Meiningen werden neben Verwaltungsschriftgut des Landratsamtes archiviert.

An der weiteren Archivierung des kommunalen Archivgutes der Gemeinden aus 40 Jahren DDR – Geschichte im Kreisarchiv sind die Mehrzahl der Ortsbürgermeister weiterhin interessiert. Ausnahmen bilden jedoch zunächst die Städte Römhild und Wasungen. Diese Kommunen richten eigene Stadtarchive ein.

Zwischen den 3 im Bibrabau untergebrachten Archiven besteht bis Juni 2001 eine enge fachliche Zusammenarbeit sowie ein konstruktiver Gedankenaustausch zu allen anstehenden Problemen. So organisieren im Juli 1993 anlässlich des Stadtfestes in Meiningen diese Archive Archivführungen. Das Angebot wird von einer breiten Öffentlichkeit mit großem Interesse genutzt.


Nach 84 Jahren findet im Oktober 1993 wieder ein Thüringer Archivtag in Meiningen statt. Aus diesem Anlass zeigt auch das Kreisarchiv Schätze aus seinen Archivbeständen. Außerdem wird ein Archivführer erarbeitet.

Im November 1994 eröffnet das Kreisarchiv eine Fotoausstellung zum Thema „Aufbruch zur Wende – Herbstdemos 1989 in Meiningen“. Über 600 Besucher vor allem aus Meiningen und Umgebung folgen der Einladung.

Mit der Neuinventarisierung der Kreisarchivbibliothek wird im Jahr 1993 durch Frau Schwerda begonnen und jährlich weitergeführt. Bis heute umfasst die Bibliothek 4.341 Bände zum 30.04.2008.

Die Gebietsreform am 01.07.1994 zählt zu den gravierendsten Ereignissen der Region. Die Kreisarchive Schmalkalden, Meiningen, Hildburghausen und Zella-Mehlis einigen sich als Auswirkung der Gebietsveränderungen dahin gehend, dass die neuen Kreisgrenzen auch die Zuständigkeiten für die Kreisarchive bestimmen. Das bedeutet u.a., dass die Gemeindebestände Haina, Mendhausen, Milz und Westenfeld von Meiningen an das Kreisarchiv Hildburghausen übergeben werden. Die Städte und Gemeinden Oberhof, Zella-Mehlis, Christes, Kühndorf, Rohr, Viernau, Schwarza, Dillstädt, Benshausen und Ebertshausen kommen zum Landkreis Schmalkalden-Meiningen hinzu. Die Unterlagen des Altkreises Schmalkalden von 1952 bis 1990 befinden sich im Stadt- und Kreisarchiv Schmalkalden, eine Einrichtung des 1994 neu gegründeten "Zweckverband Kultur Schmalkalden und Umgebung".

Mit der Fusion der Landkreise Schmalkalden und Meiningen zum 1. Juli 1994 sprechen wir vom Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen. Im Ergebnis der Kreiszusammenlegung wird im Dezember 1994 Frau Angelika Hoyer mit dem Aufbau eines Behörden- und Krankenblattarchivs im Sitz des Landratsamtes, Jerusalemer Straße 13 beauftragt. Mit einfachen Holzböden und ehemaligen Standregalen der Zivilverteidigung werden erste Magazinräume im Kellergeschoss des Hauses III ausgestattet. Aufgabe des Behördenarchivs ist es bis zur Gegenwart, die nicht mehr laufend benötigten Akten der aktenführenden Stellen zu erfassen, zu übernehmen und zu archivieren bzw. nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen der Kassation zu überführen. Mit der Erarbeitung der Dienstanweisung 4/95 des Landrats wird die rechtliche Grundlage zur Arbeit des neuen Behördenarchivs gelegt. Außerdem werden aus den jeweiligen Fachabteilungen 34 Registraturbeauftragte bestellt. Durch regelmäßige Kontaktaufnahme und jährliche Schulungen dieses Personenkreises gelingt es, eine gute Aktenerfassung und -übernahme von den aktenführenden Stellen in das Behördenarchiv zu erreichen. Wie die Praxis bis heute zeigt, werden die Möglichkeiten zur Archivierung durch ständig steigende Aktenübernahmen immer mehr von allen Fachbereichen genutzt. Diese Tatsache zeigt, dass das Archiv in der Verwaltung angenommen und bei Informationsrecherchen nicht mehr wegzudenken ist.
Bereits 1996 wird von Seiten des Archivs ein Konzept zur Einrichtung eines modernen Behördenarchivs im Landratsamt vorgelegt. Es steht letztendlich die Frage, ob das Haus III umgebaut wird oder ein neues zusätzliches Gebäude u.a. für die Archivnutzung notwendig ist. Schrittweise wird am Ende 1996 und 1997 im Kellergeschoss dieses Hauses mit dem Einbau von 2 Rollregalanlagen begonnen. Die Sortierung und Archivierung von Krankenakten übernimmt Frau Brigitte Rickes. Bis zur Gegenwart sind in ca. 25 AB-Maßnahmen die Krankenblattbestände bearbeitet worden.

Im Februar 1995 werden im Kreisarchiv wertvolle Archivalien, die einer dringenden Restaurierung unterzogen werden mussten, im „neuen Glanz“ präsentiert. In der Restaurierungswerkstatt des Westfälischen Archivamtes Münster wurden Gemeindeakten von 1517 bis 1835 aus Bibra, Behrungen, Bettenhausen und Haina kostenlos restauriert. Diese einmalige Hilfe des Westfälischen Archivamtes stellt gewissermaßen einen spezifischen Beitrag zum Aufschwung Ost dar.

Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Kreisarchivs ist bis zur Gegenwart die Archivpflege in den 71 Gemeinden des Zuständigkeitsbereiches. Jährlich finden Besuche der Kreisarchivarin in den Kommunen statt. Hauptanliegen dabei ist die Erfassung und Übernahme des Archivgutes zur Sicherung der historischen Überlieferung.

1996 wird im Kreisarchiv mit der Generalrevision und Neuverpackung der Kreisarchivbestände begonnen. Zeitgleich erfolgt die technische Bearbeitung, Neuordnung und Verzeichnung des Bauaktenbestandes durch ABM-Kräfte. Das Fotoarchiv wird ebenfalls einer Überarbeitung unterzogen. Die nicht mehr ausreichende Magazinkapazität im Bibrabau wird 1996 vorerst durch die Bereitstellung von 2 Kellerräumen im Schloss Elisabethenburg behoben.

Im Jahr 1997 werden konzeptionell Magazin- und Verwaltungsräume für das Kreisarchiv Meiningen im Haus III der Jerusalemer Straße 13 eingeplant. Dass bedeutet, dass perspektivisch das Kreisarchiv bis zum Jahr 2001 das Schloss verlässt und im Verwaltungssitz im Behörden- und Krankenblattarchiv integriert werden soll.

1997 wird der Buchbestand „Henfling-Bibliothek“ (ca. 6.500 Bücher) durch eine AB-Maßnahme geordnet, erfasst und vom Henflinggymnasium in das Kreisarchiv übernommen.
Außerdem ist eine Chronik zu dem Bestand erarbeitet worden. Der ausgesprochen wertvolle Buchbestand wird vom Kreisarchiv für das Henflinggymnasium verwaltet. Seit November 1997 ist er wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Die unter Mitwirkung von Frau Elke Schwerda u.a. Autoren herausgegebenen Veröffentlichung von Herrn Hans Nothnagel über die „Juden in Südthüringen“ werden 1999 fertiggestellt und verlegt. Ebenso wird das Buch von Dr. Horst Strohbusch „Das Licht kam aus der Kirche“, für das die Materialsammlung des Kreisarchivs zur Verfügung gestellt wird, herausgegeben. Die erste Auflage ist innerhalb weniger Tage vergriffen.

Nach einer umfangreichen Rekonstruktion des Verwaltungsgebäudes Haus III in der Jerusalemer Str. 13 ist im Juni 2001 nach 9 Monaten Bauzeit das Kellergeschoss für den Archivbereich des Landratsamtes bezugsfertig. Das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen zieht neben dem Behörden – und Krankenblattarchiv sowie der Behördenbibliothek in moderne Büro – und Magazinräume ein. Der Umzug selbst wird mit eigenem Personal realisiert. Dabei erhält das Landratsamt durch die „Neue Arbeit Thüringen e.V.“ Meiningen tatkräftige Unterstützung.

Vom 1. Juli 2002 bis Juni 2003 arbeitet Herr Christian Grams, Verwaltungsfachangestellter im Landratsamt für 1 Jahr als zusätzliche Kraft im Behördenarchiv. Da während der Bauphase keine Aktenübergabe durch aktenführende Stellen an das Archiv erfolgt, besteht seine Aufgabe im Wesentlichen in der Übernahme der Behördenakten und deren Archivierung.

Am 31. Juli 2001 beendet Frau Elke Schwerda ihre berufliche Tätigkeit und geht in den Ruhestand. Frau Angelika Hoyer tritt die Nachfolge als Kreisarchivarin an. Für die Arbeit im Behördenarchiv wird in den Jahren 2000 bis 2002 Frau Kati Adolph als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste in der Bibliothekschule Sondershausen ausgebildet. Den Bereich Krankenblattarchiv verwaltet Frau Brigitte Rickes. Die Behördenbibliothek wird von Frau Antje Biermann betreut.

Bis zur feierlichen Einweihung gab es noch vieles umzuräumen, zu erfassen und zu beschriften. Mit Hilfe von 7 ABM-Kräften wurden so im letzten halben Jahr 2002 über 80 % der Gemeinde- und Bauaktenbestände, die Kartensammlung sowie die Henfling-Bibliothek in das neue PC-Programm eingegeben. Eine Broschürensammlung wurde verzeichnet sowie der restliche Bibliotheksbestand des Kreisarchivs. Deren Erfassung im PC erfolgte im Anschluss.

Mit der Übernahme der Patientenakten der Meininger Kliniken gGmbH 1995 wird zusätzlich eine Auswahl musealer Sachzeugnisse aus dem Krankenhaus Meiningen von 1945 – 1990 übernommen. Mit dieser Sammlung soll zukünftig an die alte Technik und manch interessanten Gegenstand aus dem Klinikalltag erinnert werden. In einem Sonderbestand „Medizinisches Museum“ diese Gegenstände zur Krankenhausgeschichte in einem Katalog vorgestellt und dem Betrachter beschrieben. Am Eingang des Kreisarchivs ist diese Ausstellung in einem Raum mit großen Glasfenstern zu sehen.

Im Dezember 2002 ist der letzte Magazinraum mit einer Lagerkapazität von 3.629 lfm für das Kreisarchiv bezugsfertig.

Am 18. November 2003 erfolgt die Einstellung von Herrn Friedhelm Werner als Mitarbeiter des Kreisarchivs.

Im Juli 2004 erfolgt erstmalig die Vorstellung des Kreisarchivs im Internet unter der Thematik „Das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen stellt sich und seine Bestände vor“. Diese Internetpräsentation umfasst 40 Internetseiten. Die Erarbeitung dieser Seiten wird durch den Einsatz eines Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung in Form eines Praktikums im Kreisarchiv möglich. Die Arbeit von Herrn René Reimschüssel erstreckt sich auf die Eingabe aller Archivdaten für die Internetpräsentation, eine gedruckte Bestandsübersicht sowie einen Flyer. Die Internetpräsentation wird im Juli 2004 ins Netz gestellt und zählt bereits im Dezember 2004 weit über 500 Besucher.

Zum „Tag der Archive“ und zum Jubiläum „50 Jahre Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen“ besteht im September 2004 erstmalig die Möglichkeit das gesamte Archiv für einen größeren Besucherkreis zu präsentieren.
Mit dem Tag der offenen Tür wollen die deutschen Archive mit regelmäßigen Aktionen einem Publikum etwas über die Arbeit der Archive vermitteln. Vor allem soll natürlich auch auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der „Gedächtnisse der Gesellschaft“ hingewiesen werden.
Das Programm umfasst u.a. eine Ausstellung aus dem Beständen des Kreisarchivs zu den Themen „Zahlen und Fakten zur Geschichte der Staatsgrenze der DDR zur BRD 1945-1990 – Dokumentation aus dem Kreis Meiningen“, „Zwangsaussiedelung 1952 und 1961 – Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Kreises Meiningen“ sowie „Die Wende in Meiningen – Zeittafel und Fotos – 1982-1990“.
Eine weitere Ausstellung ist unter dem Motto „Dokumentation zur Geschichte des Kreisarchivs Schmalkalden-Meiningen 1954-2004“ zu besichtigen.
16mm-Schmalfilme aus 50er und 80er Jahren, überliefert aus der ehemaligen Kreisstelle für Unterrichtsmittel, sind im „Clubkino“ des Kreisarchivs zu sehen. In einer „Flimmerstunde“ werden die Filme zu unterschiedlichsten Themen (z.B. Verkehrserziehung, Heimatkunde, Geschichte usw.) mit einem DDR-Originalfilmgerät vorgeführt.
Zur Erinnerung an den ersten Kreisarchivar Adolf Ansorg (tätig von 1954 bis 1976) wird dessen Arbeitsplatz mit dem original überliefertem Stuhl sowie mit Büro- und Arbeitsmaterialien nachgestellt. Der Schreibtisch findet fortan im Lesesaal des Kreisarchivs seinen Ehrenplatz.

Neben der Möglichkeit, die Ausstellungen zu besuchen, bzw. im „Clubkino“ oder in der Video-Ecke Platz zu nehmen, folgen viele Besucher dem Angebot, zur Führung durch die modernen Büro- und Magazinräume. An diesen Tagen werden von den Mitarbeiterinnen des Kreisarchivs, Frau Hoyer und Frau Adolph 15 Archivführungen durchgeführt.
Das umfang- und abwechslungsreiche Programm stößt bei den 350 Gästen auf eine unerwartet große Resonanz.

Auch wenn solche Art Öffentlichkeitsarbeit einer großen Vorbereitung bedarf, ist die Wertschätzung und der Dank der Besucher, welche sich u.a. im Gästebuch des Kreisarchivs niedergeschlagen hat, eine große Motivation für die zukünftige Arbeit des Kreisarchivs.

Schwerpunkte der Archivarbeit im Jahr 2005 bestehen u.a. in der Erarbeitung eines „Handbuches für Registraturbeauftragte und Mitarbeiter der aktenführenden Stellen im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen“ sowie Erschließung der Geldsammlung des Kreisarchivs von 1871 bis 2002.

Zu einem freudigen Ereignis zählt im Frühjahr 2005 die Schenkung einer Bibel aus dem Jahr 1670 von der Familie Edgar Fritz aus Neubrunn an das Kreisarchiv.
Nach der Übernahme in das Archiv folgte die Restaurierung des außergewöhnlichen Erbstücks. Grund für die Schenkung ist der Wunsch der Familie das mit vielen Zeichnungen versehene Exemplar zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Mitarbeiter des Kreisarchivs leisten weiter eine umfassende Zuarbeit für die Gestaltung des geplanten „Archivportals Thüringen“. Positiv erweist sich dabei die Erarbeitung der Internetseiten des Kreisarchivs im Jahr 2004. Das Werben um Nutzer beginnt heute nicht mehr im Lesesaal sondern im Internet. Für die Verfügbarkeit stets aktueller Informationen zu Thüringer Archiven initiiert die Archivberatungsstelle in Weimar die Gestaltung einer Internetpräsentation als Kooperationsprojekt aller Archivsparten in Form eines Landesportals. Das Portal soll in seiner Bandbreite alle Formen von Archivnutzern (Behörden, Wissenschaftlern, Studenten, Schülern, Heimatforschern und Genealogen) ansprechen und eine optimale Vorbereitung auf einen Archivbesuch ermöglichen.

Seit Mai 2005 ist Herr Wilhelm Dörmer, Fachdienstleiter des Fachdienstes Innerer Service erkrankt. Frau Angelika Hoyer wird mit der Vertretung beauftragt.

Herr Friedhelm Werner, Mitarbeiter des Kreisarchivs, übernimmt im Juni die Neuverzeichnung (intensive Aktenerschließung) des Bestandes „Kreisrat und Rat des Kreises Meiningen“. Bisher sind alle Akteneinheiten nur mit einem einfachen Aktentitel, Signatur und Datierung versehen. Im Ergebnis der Erschließungsarbeiten ist fortan eine umfassende Übersicht des Akteninhaltes bei Recherchen möglich.

Im Zuge der Bestandserhaltung erfolgt durch Frau Kati Adolph die Neuverpackung von 34 wertvollen Lehnbriefen und Urkunden mit wertvollen Siegeln aus den Gemeindebeständen Einhausen, Leutersdorf, Oberweid, Ritschenhausen und Vachdorf aus den Jahren 1673 bis 1818 in eigens dafür gefertigten Urkundenboxen mit Urkunden-Fixierungs-Sets. Damit erhalten diese Urkunden optimale Lagerungsbedingungen im Kreisarchiv.
Die Verfilmung und Digitalisierung dieser Archivalien ist 2006 geplant.

Am 1. Mai 2006 verstirbt Herr Wilhelm Dörmer, Fachdienstleiter Innerer Service, nach langer, schweren Krankheit. Damit verliert auch das Kreisarchiv einen engagierten Fachdienstleiter, der sich intensiv für die positive Entwicklung des Archivwesens im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen eingesetzt hat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs werden Herr Dörmer in besonderer Erinnerung behalten.

Am 1. Mai 2007 erfolgt die Wiederbesetzung der Stelle des Fachdienstleiters Innerer Service durch Frau Evelyn Wedel.

Am 17. Juni 2007 veranstaltet das Thüringische Staatsarchiv Meiningen den Tag der offenen Tür und den 3. Historischen Buchhof im Archivdepot Suhl, der Außenstelle des Staatsarchivs. Es präsentieren sich u.a. das Stadt- und Kreisarchiv Schmalkalden und das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen gemeinsam mit einem Informationsstand. Von den Mitarbeiterinnen beider Archive werden auch neu erworbene historisch ausgerichtete Publikationen hiesiger Verlage und Einrichtungen zum Erwerb vorgestellt. Die vom Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen präsentierte Bibel, die im Jahr 2006 einer Restaurierung unterzogen wurde, wird an diesem Tag eines der gefragtesten und meist besichtigten Bücher.

In den Monaten August bis Oktober 2007 erfolgt durch Frau Hoyer die Erarbeitung eines „Objektbezogenen Gefahrenabwehrplanes für das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen“. Auslöser zur Erarbeitung dieses Einsatzdokumentes war ein Sickerwassereinbruch am 4. Juli 2007 im Magazinraum 3. Insgesamt sind 52 Akteneinheiten durchnässt und zahlreiche Archivkartons angefeuchtet. Der Wassereinbruch hat die sofortige Ausarbeitung eines Notfallplanes für das Kreisarchiv zur Folge. Die Dokumentation umfasst 134 Seiten. Nach erfolgter Prüfung und der Zustimmung des Landrates am 6. Februar 2008 wird in nächster Zeit über den Thüringischen Landkreistag in Erfurt die vorliegende Planung unter Beachtung des Datenschutzes als „Musterplan“ an alle Kreisverwaltungen weitergeleitet. Der Landkreistag wird mit dieser Vorlage die Anfertigung noch ausstehender Notfallplanungen in Thüringer Landkreisen empfehlen.

Im Kreisarchiv sind folgende Präventionsmaßnahmen für das Jahr 2008 geplant: Durchführung einer Brandschutzübung im Archivbereich, Schulungen des Archivpersonals, Prüfung des Einbaus eines automatischen Alarmsystems in Form von Wassermeldern im Archivbereich.

In Zusammenarbeit mit einer Software-Firma aus Schmalkalden und den Mitarbeiterinnen des Archivs Frau Adolph und Frau Hoyer wird der Webauftritt des Kreisarchivs Schmalkalden-Meiningen (Homepage: www.lk-sm.de/kreisarchiv/startseite.html) neu gestaltet und mit einer erweiterten Funktionalität für Recherchen sowie einem Datenimport und –Export versehen.
Im Dienste des Bürgers und des zukünftigen Archivbenutzers sollen auch Findbücher zu den Archivbeständen und archivischen Sammlungen des Kreisarchivs ins Netz gestellt werden. Der Bürger hat mit diesem Angebot die Möglichkeit, bereits im Vorfeld eines geplanten Archivbesuches zu amtlichen, wissenschaftlichen, publizistischen oder Bildungszwecken detaillierte Informationen zu erhalten.
Die Webseite des Kreisarchivs war 2004 erstmalige online. Das Ziel des neuen Webauftritts besteht in der Optimierung der Bestandspflege und der Verbesserung des Rechercheservices.
Um den gesetzlichen Ansprüchen zu genügen, wird gleichzeitig die Barrierefreiheit der Homepage im März 2008 hergestellt. Zeitgleich erfolgt die Umstellung auf ein neues Layout unter genereller Berücksichtigung des Designs im gesamten Webauftritt des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen. Mit Einbindung eines Teasers für News auf der Startseite sind aktuelle Nachrichten des Kreisarchivs sofort ersichtlich. Durch zukünftig eigene Pflege der Seiteninhalte sowie der aktuellen Bestandsinformationen wird das Archiv den zunehmenden öffentlichen Ansprüchen an Archivdienstleistungen für Bürger und Unternehmen gerecht. Es erfolgt der Einbau einer Recherchefunktion für die Informationssuche in den Beständen.
Das bedeutet in der Perspektive, dass alle für die Öffentlichkeit bestimmten Bestände des Archivs ebenfalls auf die Datenbank des Archivportals Thüringen ohne Mehraufwand übertragbar sind.

Zum 1. Mai 2008 erfolgt die Neubesetzung der Planstelle in der Verwaltungsbibliothek durch Frau Nicole Jünger. Frau Antje Biermann wechselt in die Versorgungsverwaltung des Fachdienstes für Sonstige Soziale Aufgaben nach Schmalkalden.
Im Krankenblattarchiv ist im Mai 2008 die Mitarbeiterin Frau Brigitte Rickes aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden und Frau Elke Wutzler wird mit der Verwaltung dieses Bereiches betraut.

Der Versuch der Kreisarchivarin, die Überlieferungslücken innerhalb der 71 archivierten Gemeindebestände bis 1990 zu schließen, stellt sich nach wie vor als schwierige Aufgabe dar. Zahlreiche schriftliche und mündliche Appelle an die jeweils verantwortlichen Bürgermeister seit dem Jahr 2002 blieben ohne Resonanz. Selbst das Angebot des Kreisarchivs die technische Bearbeitung und die anschließende inhaltliche Erschließung der Gemeindeakten durchzuführen, änderte an der Gleichgültigkeit nichts. Ein Grund für die ausstehenden Übergaben-Übernahmen dieser Akten und die Ablehnung der Sichtung der Gemeindearchive durch die Kreisarchivarin, liegt sicherlich darin begründet, dass bereits nach 1990 viele Unterlagen vernichtet wurden. Lediglich 10 Gemeinden sind seit 2002 nach dem Thüringer Archivgesetz vom 23. April 1992 der gesetzlichen Verpflichtung zur Sicherung und Nutzung von Archivgut nachgekommen, in dem sie die Gemeindeakten dem Kreisarchiv zur Archivierung übergeben haben.



Angelika Hoyer
Kreisarchivarin